„Ein Projekt, geboren aus der Praxis, entwickelt für das ultimative Simulations-Erlebnis.“
I. Die Vision: Den Alltag am Platz erleben
Die Geschichte von LEOSIM begann vor zwei Jahren im Juli während meines Zivildienstes beim Roten Kreuz. Dort, zwischen Funkgeräten und Einsatzmonitoren, entstand die Idee: Ich wollte eine Simulation erschaffen, die es jedem ermöglicht, in die Rolle eines Disponenten zu schlüpfen. Es sollte nicht nur ein Spiel sein, sondern eine detailgetreue Nachahmung des realen Alltags in einer Rettungsleitstelle.
Das Ziel war es, den Spielern das Gefühl zu geben, wirklich "am Platz" zu sitzen. Als Calltaker hättest du Notrufe entgegengenommen, unter Zeitdruck die richtigen Fragen gestellt und über Leben und Tod mitentschieden. Als Disponent (EMD) hättest du die volle Kontrolle über die Ressourcen gehabt – den Stress gespürt, wenn die Fahrzeuge knapp werden und gleichzeitig drei Reanimationen auf der Karte aufblinken. Wir wollten die Verantwortung, die Hektik und das Adrenalin dieses Berufsfeldes spielerisch erfahrbar machen.
II. Deep-Dive Gameplay & Technik
Wir haben hunderte Stunden investiert, um die Mechaniken so realistisch wie möglich zu gestalten. Das Herzstück war die kooperative Multi-User-Erfahrung. Du hättest gemeinsam mit Freunden eine komplette Leitstelle besetzen können. Während einer die Notrufe strukturiert abarbeitet, koordiniert der andere über Funk die Rettungsmittel auf einer interaktiven Karte, die auf echten Geodaten basiert.
Technisch war Nexus darauf ausgelegt, tausende Variablen gleichzeitig zu berechnen: Realistische Anfahrtszeiten durch echtes Routing, dynamische Krankenhauseinweisungen und Fahrzeuge, die je nach Besatzung unterschiedliche Qualifikationen aufweisen. Sogar die KI-generierten Anrufer sollten mit individuellen Emotionen und Situationsbeschreibungen den Spieler fordern, genau wie im echten Leben. Es ging um das perfekte Zusammenspiel von Mensch und Technik – genau das, was den Disponenten-Beruf so einzigartig macht.
III. Das Ende der Entwicklung
Vieles von dem, was diesen Alltag ausmacht, ist bereits tief im Code von Project Nexus verankert. Die Masken, das Routing und die Logik hinter den Einsätzen funktionierten bereits. Doch ein Projekt, das einen so hohen Anspruch an die Realität hat, fordert auch von seinem Entwickler alles ab.
In den letzten Monaten wurde klar, dass die zur Verfügung stehende Zeit und die Motivation nicht mehr ausreichen, um LEOSIM zu dem polierten Endprodukt zu machen, das ich euch versprochen hatte. Ein realistischer Simulator lebt von der Liebe zum Detail, und wenn die Kapazitäten fehlen, diesen Details gerecht zu werden, ist es die professionellste Entscheidung, einen Schlussstrich zu ziehen.
Project Nexus wird hiermit als aktive Entwicklung eingestellt. Das System verbleibt als unvollendetes Werk im internen Bestand. Es wird keine öffentliche Testphase und keinen Release geben.
Danksagung an die Weggefährten
Danke an die internen Tester, die das System auf Herz und Nieren geprüft haben, und danke an das Team für die Visionen. Vor allem aber danke an euch, die Community, die die Idee einer echten Leitstellensimulation im Browser so lange unterstützt hat. Auch wenn wir das Ziel nicht gemeinsam erreichen, war der Weg dorthin eine unvergessliche Erfahrung.
07. FEBRUAR 2026 — KRATIJUN